#stayhome: Tage 1-30


Tag 30, 17. April 2020: "Das Haus des Gewandhausorchesters."

Gewandhaus Leipzig mit Deckengemälde "Gesang vom Leben" von Sighard Gille
Tag 30: "Das Haus des Gewandhausorchesters."

Nachdem das einstige Gewandhaus im 2. Weltkrieg zerstört wurde, hat das Gewandhausorchester nach mehreren Interimslösungen für rund drei Jahrzehnte in der Kongresshalle am Zoo gespielt. Für ein solches Orchester von Weltrang brauchte es jedoch auch in der Heimatstadt Leipzig ein entsprechendes Konzertgebäude.

 

Nach rund 4 Jahren Bauzeit wurde 1981 das auch heute noch bekannte Gewandhaus als einziger reiner Konzert-Neubau der gesamten DDR eröffnet - mit einer ausgezeichneten Akustik und der damals größten Orgel in der DDR. Untypisch für die damalige vom tristen Plattenbau geprägte Zeit war vor allem auch die Architektur.

 

Ein optisches Highlight ist auch von außen zu sehen - vor allem wenn es nach Sonnenuntergang beleuchtet wird: das mit 714 Quadratmetern in Europa größte Deckengemälde ("Gesang vom Leben" von Sighard Gille).

 

1989 wurde es im Gewandhaus sehr politisch: unter dem damaligen Gewandhauskapellmeister Kurt Masur fanden in dem Gebäude die sogenannten "Gewandhausrunden" der politischen Opposition der DDR statt.

 

Über das weitere Wirken von Kurt Masur zur friedlichen Revolution und warum das "Gewandhausorchester" diesen Namen trägt informieren wir Euch bei unserer einzigartig multimedialen Stadtführung durch Leipzig zu Fuß.


Tag 29, 16. April 2020: "Paulinerkirche"

Bronzemodell der Paulinerkirche auf dem Augustusplatz in Leipzig
Tag 29: "Paulinerkirche"

Neben den auch heute noch existierenden beiden Kirchen in der Innenstadt (Nikolaikirche und Thomaskirche) gab es über viele Jahrhunderte noch eine dritte: die 1240 geweihte Kirche des damaligen Dominikanerklosters "St. Pauli". Trotz dessen sie die beiden Weltkriege nahezu unbeschädigt überstanden hatte, wurde sie im Jahr 1968 gesprengt, um Platz für einen Neubau der Universität zu schaffen.

 

Dieser Uni-Komplex wurde nach der Wende zusehends marode und war für eine zukunftorientierte Universität nicht mehr zweckgemäß - er wurde deshalb 2007 abgerissen und durch das neue Paulinum ersetzt. Zentraler Teil ist der große Raum, der sowohl als Aula der Universität genutzt wird, als auch als kirchlicher Andachtsraum. Auch äußerlich ist heute wieder deutlich zu erkennen, dass an dieser Stelle einst ein Kirchengebäude stand.

 

Zum Jahrestag der Sprengung der historischen Kirche wurde am 30. Mai 2015 das 100 Kilogramm schwere Bronzemodell enthüllt, das sich vor dem Standort der damaligen Kirche befindet.

 

Ihr habt es noch nicht entdeckt? Dann stromert mit uns durch die Stadt! Denn bei unserem einzigartig anderen Stadtrundgang durch Leipzig machen wir auch an diesem Modell kurz Halt - dabei zeigen wir Euch interessante Details am Neubau, die eigentlich offensichtlich sind und doch meist noch nicht entdeckt wurden.


Tag 28, 15. April 2020: "Ein Blick hinter die Fassade"

Aluminiumfassade der "Höfe am Brühl" in Leipzig mit Ausschnitt der historischen Fassade
Tag 28: "Ein Blick hinter die Fassade"

Mit "Blechbüchse" weiß jeder, welcher Ort gemeint ist: das rundliche Gebäude mit der charakteristischen Aluminiumfassade direkt am Brühl.

 

Unser Bild zeigt das historische Kaufhaus, welches 1908 eröffnet und im Laufe der Zeit erweitert & umgebaut wurde. Nach schweren Schäden durch Phosphorbomben im 2. Weltkrieg wurde es notdürftig repariert und schnell wiedereröffnet - 20 Jahre später fand ein umfangreicher Umbau statt. Da die Fassade stark von den Schäden geprägt war und eine Reparatur zu aufwändig schien, wurde die bekannte Aluminiumverkleidung angebracht, die unser Bild auch zeigt. Im Jahr 1968 eröffnete das "Konsument-Warenhaus am Brühl" als das größte Kaufhaus der DDR.

 

Nach der Wende war das Kaufhaus als "Horten" bekannt und wurde kurz nach der Umbenennung in "Kaufhof" an Karstadt verkauft, die es als Interim während der Umbauzeit des Stammhauses nutzten.

 

Nach Jahren des Stillstands wurde das alte Kaufhaus abgerissen, um Platz für das Center "Höfe am Brühl" zu schaffen. Die Aluminumfassade wurde dafür demontiert, eingelagert und am neuen Gebäude wieder angebracht.

 

Von der dabei freigelegten historische Fassade wurde ein Teil erhalten. Die Einigung einer Vitrinenlösung, bei der dieser Teil offen sichtbar bleibt, lehnte die sächsische Denkmalschutzbehörde ab - die 15 Meter sind nun hinter der Alu-Fassade versteckt und nur von innen sichtbar.


Tag 27, 14. April 2020: "Leipzig: Stadt der Löwen"

Löwenkopf vom Brunnen am Naschmarkt in Leipzig
Tag 27: "Leipzig: Stadt der Löwen"

Löwen sind in Leipzig allgegenwärtig - vor einigen Tagen haben wir bereits die Präsenz im Stadtwappen gezeigt, auch vor dem Neuen Rathaus thronen 2 Exemplare. Zudem findet man die lateinische Übersetzung "Leo" immer wieder - so heißen zum Beispiel die hier fahrenden in Leipzig gebauten Straßenbahnen "Leoliner" (das sind die mit genau einem Gelenk pro Fahrzeug). Wusstest Du, dass das Stadtstromer-Maskottchen einen Segway-fahrenden Löwen darstellt, der auf den Namen "Leopold" hört?

 

Auch leibhaftige Löwen gibt es hier. Im Zoo Leipzig haben viele von ihnen das Licht der Welt erblickt, vor allem im ehemaligen Raubtierhaus, dem heutigen "Entdeckerhaus Arche". In über 100 Jahren sind dort rund 2.300 Löwen zur Welt gekommen - deshalb hört man immer wieder die Bezeichnung "Löwenfabrik". Heute können die Großkatzen in der Löwensavanne "Makasi Simba" beobachtet werden, die 2001 als eine der ersten Anlagen des Projektes "Zoo der Zukunft" eröffnet wurde.

 

Das heutige Bild zeigt eine Skulptur des Löwenbrunnen am Naschmarkt hinter dem Alten Rathaus. Die beiden eisernen Löwen und der Pumpenschwengel sind dort bereits seit 200 Jahren - mit dem Umbau vor rund 100 Jahren wurde die Holzkonstruktion durch den heute noch vorhandenen Stein ersetzt. Mit Handbetrieb kann hier Wasser gepumpt werden, was insbesondere an heißen Sommertagen eine willkommene Erfrischung verschafft.


Tag 26, 13. April 2020: "Hauszeichen. Oder: So wurde früher adressiert."

Hauszeichen "Goldene Hand" in Leipzig
Tag 26: "Hauszeichen. Oder: So wurde früher adressiert."

Das mit Straßennamen war so eine Sache. Stellen wir uns eine Straße innerhalb einer damaligen Stadt vor, die mit ein paar tausend Einwohnern schon als Großstadt galt. An einem Ende der Straße waren Gerbereien, weshalb sie umgangssprachlich "Gerberstraße" genannt wurde. Allerdings waren ein paar Häuser weiter mehrere Backstuben, weshalb sie auch "Bäckerstraße" hieß. Und weil am anderen Ende an Markttagen Schweine verkauft wurde, kannte man sie auch als "Sauengasse" - nicht zu vergessen die "Korbmacher-Ecke" und so weiter. Das diese Straße offiziell vielleicht "Feldstraße" hieß, spielte im Sprachgebrauch kaum eine Rolle.

Wie sollte nun der Postbote das passende Haus finden, um Briefe zuzustellen? Deshalb gab man den Gebäuden Hauszeichen als eindeutige Erkennung. Oftmals - aber nicht immer - kamen dabei die Familienzeichen zum Einsatz, mit denen auch die anderen Besitztümer gekennzeichnet wurden.

 

Läuft man neugierig durch Leipzig, sieht man solche Hauszeichen auch heute noch an vielen Gebäuden, auch wenn sie nicht mehr die ursprüngliche Funktion haben. Denn mit dem Wachstum der Städte konnten sich die Briefträger die vielen Gebäude nicht mehr merken, so dass sich offizielle Straßennamen und Hausnummern durchgesetzt haben.

 

Das heutige Bild zeigt das Hauszeichen "Goldene Hand" am ältesten noch bestehenden Gebäude der Nikolaistraße.


Tag 25, 12. April 2020: "FROHE OSTERN!"

Demokratieglocke in Leipzig, als Osterei gestaltet
Tag 25: "FROHE OSTERN!"

Wir wünschen Euch Frohe Ostern! :-)

 

Da in diesem Jahr vieles anders ist, haben wir auch die Suche nach dem Osterei etwas anders gestaltet. Was sich heute als buntes Ei "versteckt" haben wir Euch bereits gestern als Rätsel gefragt: das gesuchte "Objekt" war die Glocke der Demokratie.

Dieses Denkmal steht auf dem Augustusplatz, wurde der friedlichen Revolution gewidmet und 2009 am 20. Jahrestag der entscheidenden Montagsdemonstration vom 9. Oktober 1989 eingeweiht.

 

Es ist tatsächlich eine Glocke - allerdings eine "Demokratieglocke". Wie in jeder Demokratie gibt es gewisse Regeln - für die Glocke bedeutet das, dass sie jeden Tag zwischen 8 und 20 Uhr zu jeder Stunde genau 1x läuten muss. Im Gegensatz zu Diktaturen gibt es in einer Demokratie jedoch auch Freiheiten - so darf sich die Glocke selbst aussuchen, wann sie innerhalb jeder Stunde läuten möchte. Und sie darf sich auch aussuchen, wie oft dabei jeweils der Glockenschlag zu hören ist - wobei sie hier die Vorgabe hat, dass es mindestens 1x sein muss, aber höchstens 12x sein darf.

 

Man muss also wirklich Glück haben, die Glocke zu hören. Bis auf eine Ausnahme: anlässlich des damaligen Beginns der Montagsdemonstration um 18:35 Uhr schlägt sie jeden Montag um diese Uhrzeit 12 Mal.

 

Vielleicht haben wir Glück und ihr hört sie mit uns bei unserem Stadtrundgang, bei dem wir Sie Euch vor Ort zeigen?


Tag 24, 11. April 2020: "Rätsel: Tickst Du denn ganz richtig?"

Ein Rätsel in Leipzig - Detailansicht
Tag 24: "Rätsel: Tickst Du denn ganz richtig?"

Heute haben wir ein kleines Rätsel für Euch. Das Bild zeigt ein Detail in der Leipziger Innenstadt, das jedem frei zugänglich ist. Das "Objekt" erinnert an eine gewisse Zeit - und auch wenn es weiß, wie spät es ist, kann man das nirgendwo ablesen. Ganz im Gegenteil, es verwirrt uns, so dass man sich fast fragen kann "Tickst Du denn ganz richtig?".

 

Das können wir vorweg nehmen: Ja, das "Objekt" tickt richtig. Aber dennoch macht es, was es will. Zumindest in gewissen Grenzen. Und das ist auch gut so, denn deshalb wurde es hier aufgestellt und steht nun schon einige Jahre an dieser Stelle.

 

Das gesuchte Objekt vewirrt noch mehr: es sieht aus wie Messing, ist aber aus Bronze. Und es kann etwas, das nur von innen heraus funktioniert und nicht von außen erzwungen werden kann.

 

Du weißt noch nicht, was das gesuchte "Objekt" ist? Die Auflösung gibt es morgen.


Tag 23, 10. April 2020: "Das Völkerschlachtdenkmal"

Völkerschlachtdenkmal zwischen Pflanzen
Tag 23: "Das Völkerschlachtdenkmal"

Vor den Toren der Stadt Leipzig wurde vor reichlich 200 Jahren die größte Schlacht der Weltgeschichte ausgetragen, die es bis zum 1. Weltkrieg gab. In den Kampf waren für damalige Zeiten unglaubliche 600.000 Soldaten involviert. Zum Vergleich: Leipzig hatte in dieser Zeit nur reichlich 30.000 Einwohner und damit rund 95 % weniger als heute.

 

Trotz dessen diese wichtigste Schlacht des Befreiungskrieges gegen die Napoleonische Herrschaft nur drei Tage währte, gab es schwere Verluste.

 

Nachdem es anfangs keine zentralen Gedenken gab, wurde genau 100 Jahre nach der Schlacht - am 18. Oktober 1913 - nach 15-jähriger Bauzeit das Völkerschlachtdenkmal eröffnet. Mit seinen 91 Metern Höhe zählt es zu den größten Denkmälern in Europa.

 

Gegen Napoleons Truppen traten neben Preußen, Österreich und Schweden vor allem auch Russland als Verbündete an. Am Tag der Eröffnung des Völkerschlachtdenkmals wurde auch die russisch-orthodoxe Gedächtniskirche geweiht, die sich in unmittelbarer Nähe befindet.

 

Von der obersten Plattform des Denkmals bietet sich übrigens eine fantastische Sicht auf Leipzig und das Umland. Einen ersten Eindruck vom Äußeren des Völkerschlachtdenkmals verschaffen wir Euch übrigens bei unseren Segway-Touren: im Sommer bei der Nachtschwärmer-Linie, wenn sich Leipzig in besonderem Licht zeigt - und ab Herbst auch wieder bei der Völkerschlacht-Linie.


Tag 22, 9. April 2020: "Gondwanaland - Europas größte Tropenhalle"

Boot auf dem Gamanil im Gondwanaland im Zoo Leipzig
Tag 22: "Gondwanaland - Europas größte Tropenhalle"

Der Name dieser 2011 eröffneten Tropenwelt geht auf den Urkontinent "Gondwana" zurück - in der Halle sind Flora & Fauna aus Asien, Südamerika und Afrika unter einem Dach vereint.

 

Seid ihr schon im Gondwanaland gewesen? Und wenn ja, seid ihr auch mit dem Boot gefahren? Die Erlebniswelt "Gondwanaland" ist die größte Tropenhalle in Europa mit einer überdachten Fläche von 16.500 qm! Das ist so groß, dass darin sogar ein eigens angelegter künstlicher Fluss hindurchführt - angelehnt an die größten Flüsse der 3 Kontinente (Ganges, Amazonas & Nil) hat er den Namen "Gamanil". Gleich nach dem Eintreten in die Halle trifft man auf das Pfahlbaudorf im Urwald. Hier starten nicht nur die Rundwege zu Fuß, sondern es ist auch Start der Boote. Während die Boote an einer Kette gezogen zuerst einen interessanten Einblick in die evolutionäre Vergangenheit bieten, geht es anschließend auf dem Wasserweg durch die Flora & Fauna. Dabei bieten sich Einblicke, die zu Fuß verborgen bleiben.

 

Die Riesentropenhalle Gondwanaland befindet sich mitten im Zoo Leipzig, der Eintritt ist im Zoo-Ticket bereits mit enthalten. Unser Tipp: Wie es der Name schon sagt, ist es vor Ort tropisch - also Sommer wie Winter tropisch warm und feucht. Zieht Euch also passend an, für Jacken & Co. stehen nach dem Eingang links zahlreiche Schließfächer bereit.


Tag 21, 8. April 2020: "Mey & Edlich"

Haus von "Mey & Edlich" in Leipzig
Tag 21: "Mey & Edlich"

Die Firma "Mey & Edlich" hat Geschichte geschrieben! Während seiner Ausbildung in den 1860er Jahren in Paris & London entdeckte der sächsische Unternehmer Ernst Mey eine Erfindung, deren Patent er erwarb: abknöpfbare Kragen aus Papier. Mit diesen konnte das Aussehen einfacher geändert werden, denn sie waren unabhängig vom Hemd. Zudem musste nicht immer das gesamte Hemd gereinigt werden, wenn nur der Kragen schmutzig war - er wurde einfach ausgetauscht.

 

Nachdem sein Jugendfreund Franz Edlich Teilhaber war, wurde das Unternehmen in "Mey & Edlich" umbenannt und zog nach Plagwitz bei Leipzig um. Ja: damals noch "bei" Leipzig. Neben einem Geschäft am Leipziger Neumarkt hatte er für den Vertrieb eine völlig neue Idee: Versandhandel! Im Jahr 1886 brachte er den ersten bebilderten Versandkatalog in Deutschland heraus, die Bestellung wurde direkt zum Kunden geschickt. Mit weiteren Zweigstellen - auch im Ausland - wuchs das Unternehmen 1903 zum größten Versandhändler weltweit.

 

Nach dem 2. Weltkrieg zog die Firma nach München um, ging 2004 jedoch insolvent. Drei Jahre später übernahm das Familienunternehmen Walbusch die Markenrechte und hat einen Versandhandel für Herrenoberbekleidung neu aufgebaut. Auch wenn der operative Betrieb aus Solingen erfolgt, ist der Sitz in dem Gebäude, das der damalige Inhaber 1885 erworben hat, in der schon 1888 nach ihm benannten Ernst-Mey-Straße.


Tag 20, 7. April 2020: "Riverboat"

Riverboat-Bühne in Leipzig
Tag 20: "Riverboat"

Der Begriff "Riverboat" ist die Bezeichnung für zweierlei Unterschiedliches.

 

Die meisten werden gleich an die Talkshow des Mitteldeutschen Rundfunks denken. Da diese nach Gründung von Schiffen auf der Dresdener Elbe gesendet wurde, wurde sie nach 2 Jahren im Jahr 1994 von "MDR-Club" in "Riverboat" umbenannt. Seit 2000 wird die Sendung nun in Leipzig produziert, seit 2008 in der "Media City Leipzig".

 

Als "Riverboat" wird jedoch auch der Ort bezeichnet, an welchem die Talkshow die ersten 8 Jahre in Leipzig produziert wurde. Der Bau entstand auf einer ehemaligen Industriebahn-Brücke - und zusammen mit der Architektur ist es fast ein "Riverboat", ein "Boot auf einem Fluss".

 

Nach langer Zeit des Leerstands ist in dem Gebäudekomplex heute der "Kulturhafen Riverboat" beheimatet - mit einem Ort für Musik, Kultur, Tanz und Veranstaltungen sowie einem Coworking-Space.

 

Ihr wollt das Riverboat sehen? Dann fahrt mit Stadtstromer auf dem Segway unsere "Brücken-Linie" - denn diese führt den gesamten malerischen Karl-Heine-Kanal entlang, dessen Abschluss dieses "Boot über dem Fluss" bildet.


Tag 19, 6. April 2020: "Jahrtausendfeld"

eiserne Figur am Jahrtausendfeld Leipzig: Pferde mit Pflug
Tag 19: "Jahrtausendfeld"

Der Stadtteil Plagwitz ist eng mit der Industriegeschichte der Stadt Leipzig verbunden. Aufgrund der Visionen von Herrn Karl Heine (Flächen schaffen, Binnenschifffahrt) haben sich damals viele Unternehmen angesiedelt.

 

Man geht davon aus, dass auf den Flächen der späteren Industriebetriebe früher Ackerbau betrieben wurde. Und genau daran wollte man im Jahr 2000 erinnern, denn da fand in Hannover die Weltausstellung "Expo" statt - und als Partnerstadt wollte man auch in Leipzig eine Kunstaktion beisteuern. Dazu wurde auf dem Feld Roggen ausgesät und geerntet - allerdings in Handarbeit ohne moderne Maschinen, so wie es vor hunderten Jahren der Standard war.

 

Die Fläche des heutigen Jahrtausendfelds wurde 1999 frei, nachdem die Gebäude der einst berühmten Landmaschinenfabrik "Rudolph Sack" (später "VEB Leipziger Bodenbearbeitungsgeräte", nach 1990 privatisiert) abgerissen wurden.

 

Aktuell ist geplant, dort einen Schulcampus zu bauen - allerdings ist es in letzter Zeit sehr ruhig um das Projekt geworden.

 

PS: Am Jahrtausendfeld fahren wir mit Euch auf dem Segway bei unserer "Brücken-Linie" entlang ;-)


Tag 18, 5. April 2020: "Citytunnel Leipzig"

Glasbaustein am Eingang "Wilhelm-Leuschner-Platz" zum Citytunnel Leipzig
Tag 18: "Citytunnel Leipzig"

Bereits bei der Planung des heutigen Hauptbahnhofes vor knapp 130 Jahren war vorgesehen, diesen unterirdisch mit dem Bayerischen Bahnhof zu verbinden - denn dessen Gleise führten im Gegensatz zum Hauptbahnhof Richtung Süden. Damals war übrigens vorgesehen, die U-Bahn in offener Bauweise unter den Straßen entlang zu bauen. Beim Bau des HBF wurden vorbereitend bereits die Tunnel-Einfahrt, Zufahrten unterhalb der anderen Gleise und auch der Bereich der Bahnsteige gebaut.

 

Der erste Weltkrieg brachte das Vorhaben ins Stocken und kurz vor geplantem Baubeginn brachte der zweite Weltkrieg das Projekt völlig zum Erliegen. Die vorhandenen Anlagen wurden im Krieg als Schutzraum genutzt - da sie dafür jedoch nicht geeignet waren gab es bei Bombentreffern leider zahlreiche Tote - der Kurztunnel wurde dabei in 3 Teile geteilt. Während einer verfüllt wurde, wurde der mittlere Teil bis nach der Wende als "DEFA-Zeitkino" genutzt. Der ehemals für die Bahnsteige geplante Bereich ist nach wie vor vorhanden, befindet sich hauptsächlich unter den Bussteigen und wurde verschlossen.

 

Bereits zu DDR-Zeiten wurde eine unterirdische Südverbindung zum Hauptbahnhof immer dringender, scheiterte jedoch an den Kosten. Nach der Wende wurde das Projekt wieder aufgegriffen und letztlich in der heute bekannten Form umgesetzt. Die Züge führen nun seit Ende 2013 unter der Westhalle des HBF hindurch und unterqueren die Innenstadt mit den Stationen Hauptbahnhof, Markt, Wilhelm-Leuschner-Platz und Bayerischer Bahnhof. Das heutige Bild zeigt ein Detail des Eingangsbereiches zur Station am Wilhelm-Leuschner-Platz.


Tag 17, 4. April 2020: "Bayerischer Bahnhof"

Portikus Bayerischer Bahnhof Leipzig
Tag 17: "Bayerischer Bahnhof"

Den Hauptbahnhof hatten wir bereits vor 2 Wochen aufgegriffen, der an der Stelle von 3 von damals 6 Bahnhöfen der Stadt gebaut wurde. Während vom Berliner Bahnhof nichts mehr da ist und an den Eilenburger Bahnhof nur noch Ruinen-Reste erinnern, ist der Portikus des Bayerischen Bahnhofs auf unserem heutigen Bild als einziger der geschichtsträchtigen Bahnhöfe in Leipzig noch sehr gut erhalten. Und das ist auch gut so, denn mit seinem Baubeginn im Jahr 1842 ist es das älteste noch erhaltene Kopfbahnhofgebäude der gesamten Welt.

 

Früher starteten die Leipziger von hier zu allen südlichen Zielen, die Züge fuhren gar bis Österreich und Italien. Im Bauboom des beginnenden 20. Jahrhunderts entstand auch der Hauptbahnhof, an dem nun auch alle südlichen Fernzüge endeten. Der Bayerische Bahnhof blieb jedoch als Regional-, Messe- und Güterbahnhof bis 2001 in Betrieb.

 

Heute führen oberirdisch keine Gleise mehr an den Bahnhof, denn die Züge halten heute direkt unter dem historischen Portikus - als eine der 4 Stationen des Citytunnels. Dazu morgen mehr. Im ehemaligen Bahnhofgebäude ist seit dem Jahr 2000 nach umfangreicher Renovierung ein Gasthaus mit Gosebrauerei.

 

Am Bayerischen Bahnhof führen übrigens die Segway-Touren "Völkerschlacht-Linie" und "Nachtschwärmer-Linie" von Stadtstromer entlang :-)


Tag 16, 3. April 2020: "Sportforum am Elsterbecken"

Elsterbecken am Sportforum Leipzig mit Red-Bull-Arena
Tag 16: "Sportforum am Elsterbecken"

Bei unserem heutigen Bild wird einmal mehr deutlich, wie sehr sich Leipzig in den vergangenen Jahr(zehnt)en geändert hat. Vor reichlich 100 Jahren war an dieser Stelle hauptsächlich Wiesenlandschaft, die "Frankfurter Wiesen", denn wir befinden uns westlich der alten Kernstadt Leipzig auf der Luftlinie Richtung Frankfurt am Main.

 

Da mit dem Bau des Waldstraßenviertels die Elster nicht mehr ihr ursprüngliches Flussbett zur Verfügung hatte, kam es immer wieder zu teils schweren Überschwemmungen - nach dem Jahrhunderthochwasser 1909 wurde dann das heute bekannte Elsterflutbett angelegt.

 

Neben dem Flutbett sticht vor allem die Red Bull Arena ins Auge. Obwohl das Stadion mit dem Neubau kurz nach dem Jahrtausendwechsel auf weniger als die Hälfte der ursprünglichen Kapazität verkleinert wurde, ist es mit dem nun vorhandenen Dach markanter in der Landschaft.

 

Das alte Stadion hatte damals übrigens eine so große Kapazität, dass es auch "Stadion der 100.000" genannt wurde. Bei den Stadtstromer Segway-Touren (Brücken-, Aussichts- und Auwald-Linie) verraten wir Euch übrigens, woraus das historische Stadion gebaut wurde. Dabei bleiben wir bei unseren Touren nicht ständig stehen, sondern geben viele Infos direkt bei der Fahrt - über Headsets.


Tag 15, 2. April 2020: "Einzigartig schöne Passagen"

Kupferdecke im Passagengang Specks Hof Leipzig
Tag 15: "Einzigartig schöne Passagen"

Ja, richtig gelesen! Wer bei dem heutigen Bild womöglich zuerst an die verzierte Decke einer historischen Straßenbahn dachte, der irrt - und sollte einmal mehr mit offenen Augen durch die Leipziger Innenstadt gehen, sobald das wieder möglich ist :-)

 

Das Detail aus Leipzig, das wir Euch heute zeigen, ist in einem Gebäude, dessen Geschichte bis ins 15. Jahrhundert zurückreicht. Anfang des 20. Jahrhunderts erfolgte ein Umbau zu einem Messe-Ort, der mit rund 10.000 qm der größte der damaligen Zeit war. Nach verschiedenen weiteren Umbauten im Laufe der folgenden Jahrzehnte erfolgte nach der Wende eine grundlegende Renovierung dieser ältesten noch erhaltenen Ladenpassage der Stadt.

 

Die Passage besteht aus 3 Lichthöfen, die mit gewölbten Gängen verbunden sind - und hat direkten Anschluss an einen weiteren lichtdurchfluteten Innenhof. Womit in diesem Gebäude vor allem gehandelt wurde, sieht man in einigen der Passagengänge beim Blick nach oben - und genau das zeigt unser Bild. Zu sehen ist eine Decke in Specks Hof, eine Kupferprägung die optisch an die damalige Handelsware "Leder" erinnert.

 

Übrigens: auf dieses und mehr solcher Details machen wir bei unserem einzigartigen Stadtrundgang aufmerksam - das finden wir viel schöner, als Euch mit unnützem Wissen und hunderten Jahreszahlen zu langweilen.


Tag 14, 1. April 2020: "Promenadenring statt Stadtmauer"

Augustusplatz Leipzig aus der Froschperspektive
Tag 14: "Promenadenring statt Stadtmauer"

Mit dem heutigen Bild wollen wir ein Missverständnis aufklären.

Die jetzige Innenstadt von Leipzig entspricht in ihrer Ausdehnung fast exakt der historischen Kernstadt. Mit dem Wachstum der Stadt wurde die alte Stadtmauer weggerissen und darauf ein Grünstreifen angelegt - heute der älteste kommunale Landschaftspark in Deutschland.

 

Direkt außen neben dem Parkstreifen ist der Straßenring angelegt, der ebenfalls um die gesamte Innenstadt führt. Oftmals wird die Meinung vertreten, dass es sich dabei um den Promenadenring handelt - stattdessen wird als solcher in Leipzig jedoch ausschließlich der Grünstreifen bezeichnet, während der Straßenring abschnittsweise sehr viele unterschiedliche Bezeichnungen hat.

 

Das Grün auf dem Bild zeigt den Verlauf der ehemaligen Stadtmauer, denn der Bereich um den heutigen Augustusplatz mit Oper und Gewandhaus zählte früher bereits zu den Vororten von Leipzig - um zur heute frei zugänglichen Fußgängerzone zu gelangen, musste man früher durch das jetzt nicht mehr existierende Grimmaische Tor hindurch.

 

Die historischen Ausmaße der alten Kernstadt zeigen wir Euch übrigens bei unserem Stadtrundgang. Unterwegs wird deutlich, dass man sich auch heute noch mit historischen Karten zurechtfindet. Das zeigen wir Euch allerdings nicht auf kleinen Papierzetteln, sondern einzigartig im Großformat mit einem mobilen Beamer.


Tag 13, 31. März 2020: "Naturschutzgebiet Werbeliner See"

Schottische Hochlandrinder im Naturschutzgebiet Werbeliner See
Tag 13: "Naturschutzgebiet Werbeliner See"

Das heutige Bild zeigt tatsächlich die Region nördlich von Leipzig!

Die Stadt ist umgeben von ehemaligen Braunkohle-Tagebauten, aus denen in den letzten Jahrzehnten zahlreiche Seen entstanden. Im Süden von Leipzig wurde bei der Renaturierung der touristische Aspekt in den Vordergrund gestellt, zum Beispiel beim Cospudener See, Markkleeberger See oder Zwenkauer See.

 

Beim Werbeliner See im Norden von Leipzig ist man einen ganz anderen Weg gegangen und hat die Umgebung unklusive Grabschützer See und Zwochauer See als Naturschutzgebiet ausgewiesen.

 

Durch die optimalen Bedingungen und vielen Rückzugsmöglichkeiten sind dort heute viele Tiere anzutreffen - vor allem auch sonst seltene Vogelarten. Auf dem Foto sieht man das Beweidungsprojekt des NABU, bei dem Schottische Hochlandrinder als natürliche Landschaftpfleger zum Einsatz kommen.

 

Wir finden die naturbelassene Region so schön, dass wir uns freuen, dort bald wieder mit dem Segway mit Euch entlang fahren zu können! Dabei bringen wir Fahrspaß und Naturschutz in Einklang und vermitteln unterwegs auf interessante Weise die Geschichte vom Bergbau in der Region. Mehr Infos.


Tag 12, 30. März 2020: "Erlebniswelt Südamerika im Zoo Leipzig"

Weißrüssel-Nasenbär im Zoo Leipzig, Erlebniswelt Südamerika
Tag 12: "Erlebniswelt Südamerika im Zoo Leipzig"

Der Zoo Leipzig ist ohne Pause auf dem Weg zum "Zoo der Zukunft". Dazu zählt das Zusammenspiel aus Bildung, Artenschutz und artgerechter Tierhaltung. Während es früher üblich war, Tiere in kleinen Käfigen ohne Versteckmöglichkeiten zu "präsentieren", so zeigt sich heute zum Glück ein ganz anderes Bild. Den Zoo-Bewohnern werden Umgebungen geboten, die so weit wie möglich den echten Lebensräumen nachempfunden sind. Damit kann es zwar auch passieren, dass man einzelne Tiere nicht zu Gesicht bekommt, weil sie sich einfach zurückziehen möchten - auf der anderen Seite aber hat man nun viel realistischere Einblicke in die Tierwelt und kann sie bei alltäglichen Dingen beobachten, die so vorher nicht möglich waren. Für uns zählt der Zoo Leipzig deshalb zu den schönsten der Welt!

 

Vor knapp 2 Jahren wurde als weiterer Meilenstein die "Erlebniswelt Südamerika" eröffnet. Neben den wie Riesenmeerschweinchen aussehenden Capybaras, großen Pampashasen, den Vogelstraußen etwas ähnlich sehenden Darwin Nandus, Nabelschweinen, Mähnenwölfen und mehr, können auch Weißrüssel-Nasenbären bestaunt werden. So wie auf auf unserem heutigen Bild. Habt ihr ihn gleich auf Anhieb entdeckt?

 

Wer unseren einzigartigen multimedialen Stadtrundgang zu Fuß durch die Leipziger Innenstadt schon kennt, der wird sich nur wenige Meter weiter auf dem Holzsteg daran erinnern, denn dort können die aus Südamerika stammenden Guanakos besichtigt werden.


Tag 11, 29. März 2020: "Karl-Heine-Kanal"

Ente auf einem Geländer am Karl-Heine-Kanal in Leipzig
Tag 11: "Karl-Heine-Kanal"

Das Stadtbild im westlichen Leipzig wurde vor allem von dem Industriepionier Karl Heine geprägt. Er war Politiker, Rechtsanwalt, Unternehmer und vor allem auch eines: er war Visionär! Seinem Weitblick ist der Bau des später nach ihm benannten Kanals zu verdanken, der die gesamte spätere Leipziger Westvorstadt trocken legte, die anschließend bebaut werden konnte.

 

Seine ursprüngliche Planung sah vor, mit dem Kanal die Weiße Elster und die Saale zu verbinden, die dann weiter in die Elbe mündet, welche nach Hamburg zu den Weltmeeren führt. Da die weitere Entwicklung auch vor neuen Transportmöglichkeiten an Land nicht Halt machte, verlor die Binnenschifffahrt an Bedeutung, weswegen der Kanal nie vollendet wurde und heute von der Elster aus kommend nach rund 3,3 Kilometern mit dem Lindenauer Hafen endet.

 

Der Karl-Heine-Kanal ist heute ein idealer Platz für Wassersport und Freizeitaktivitäten, auch der begleitende Fuß-/Radweg lädt zum Flanieren ein. Auch wir finden, dass diese Strecke besonders schön ist. Deshalb freuen wir uns sehr, in Kürze wieder mit Euch auf dem Segway mit unserer Brücken-Linie am Karl-Heine-Kanal entlang zu fahren - denn den Namen hat diese Tour aufgrund der vielen besonders reizvollen Brücken erhalten, von denen es allein am Karl-Heine-Kanal 15 Stück gibt.

Mehr Infos und Tickets: Brücken-Linie auf dem Segway in Leipzig


Tag 10, 28. März 2020: "Wintergartenhochhaus"

Wintergartenhochhaus in Leipzig bei Nacht mit beleuchtetem Doppel-M
Tag 10: "Wintergartenhochhaus"

Das einst höchste Wohngebäude der gesamten DDR und auch heute noch dritthöchste Gebäude in Leipzig steht inzwischen unter Denkmalschutz: das als "Wohnhochhaus Wintergartenstraße" gebaute Hochhaus hat eine Höhe von 106,8 Metern bei einer reinen Gebäudehöhe von 95,5 m und trägt inzwischen den Namen "Wintergartenhochhaus".

 

Die über 200 Wohnungen verfügen übrigens fast alle über mindestens einen Balkon und das Gebäude ist das erste Wohngebäude der DDR, das in Gleitbauweise mit oberflächenfertiger Außenhaut gebaut wurde. Ursprünglich waren sogar noch mehr Häuser in gleicher Bauweise vorgesehen, aus Kostengründen aber nie gebaut.

 

Bei der Renovierung, um für die Fußball-WM 2006 schön auszusehen, wurde das Sockelgeschoss mit Kaufhalle, Restaurant, Café und mehr ringsrum abgetragen, stattdessen sind in den ersten beiden Obergeschossen nun Büros und Praxen untergebracht.

 

Obenauf trohnt bereits weithin sichtbar mit über 8 Metern Höhe ein drehendes und nachts beleuchtetes Doppel-M - seit nun schon über 100 Jahren das Markenlogo der Messe Leipzig und die Abkürzung für die damals noch ganz neue "MusterMesse".


Tag 9, 27. März 2020: "Leipziger Stadtwappen auf dem Marktplatz"

Stadtwappen Leipzig auf dem Marktplatz
Tag 9: "Leipziger Stadtwappen auf dem Marktplatz"

Nach dem Bau des City-Tunnels wurde im Jahr 2011 der Marktplatz neu gestaltet und erhielt in einer Größe von fast 80 Quadratmetern das Leipziger Stadtwappen aus farbigen Natursteinen eingelassen.

 

Nach umfangreichen Recherchen und Abstimmungen mit der Denkmalschutzbehörde konnte somit ein Beitrag zum städtebaulichen Denkmalschutz umgesetzt werden. Insofern auf dem Platz kein Markt oder eine andere Veranstaltung stattfindet, liegt das Wappen genau gegenüber dem Turm des Alten Rathauses jederman zu Füßen und wir zeigen es Euch bei unserem Stadtrundgang.

 

Übrigens zeigt das Stadtwappen auf einem Schild einen Meißner Löwen und die sogenannten Landsberger Pfähle, die ebenfalls ein Wappenzeichen der Wettiner waren - beides war als Zeichen der Herrschaft des Landsherrn über die Stadt zu verstehen.

 

Aus dem 17. Jahrhundert stammt die Sage, dass der Löwe zuvor in die andere Richtung geblickt hat. Da er mit den Tatzen jedoch nach den Pfählen gegriffen habe, wurde er zur Strafe umgedreht und schaut seitdem in die linke Richtung.


Tag 8, 26. März 2020: "Johannapark"

Johannapark in Leipzig mit Brücke, Neues Rathaus im Hintergrund
Tag 8: "Johannapark"

Heute zeigen wir Euch den besonders schönen und sehr zentrumsnahen Johannapark. Dabei hat die Herkunft des Namens leider einen sehr traurigen Hintergrund, denn er erzählt die Geschichte einer verbotenen Liebe.

 

Der Bankier Wilhelm Theodor Seyfferth hat vor über 165 Jahren die Liebe seiner Tochter zu einem Gutsbesitzer ignoriert, sie musste stattdessen die Ehe mit einem Bankier aus seinem Bankhaus eingehen. Daran ist sie jedoch körperlich und seelisch so zerbrochen, so dass sie nur 2 Jahre später im jungen Alter von 21 Jahren verstarb.

 

Da ihn deshalb enorme Schuldgefühle plagten, kaufte der Bankier Seyfferth große Flächen und ließ darauf einen Park gestalten, welcher der Öffentlichkeit frei zugänglich ist und die Botschaft seiner Tochter verbreiten soll "Andern Freude zu machen". Mit seinem Tod vermachte er den Park der Stadt Leipzig und verfügte zum Einen, dass er niemals bebaut werden darf. Und zum Anderen, dass er bis in alle Ewigkeit nach seiner Tochter benannt ist: Johannapark.


Tag 7, 25. März 2020: "Die Julburg"

Die Julburg in Leipzig, Nähe Elstermühlgraben
Tag 7: "Die Julburg"

Bei einem Streifzug durch die Stadt hat dieses Gebäude unsere Aufmerksamkeit erregt. Es handelt sich dabei um das vor knapp 150 Jahren vom Architekten Oskar Mothes gebaute eigene Wohnhaus, dem er zu Ehren seiner Frau den Namen "Julburg" gab.

 

Der Architekt ist sonst vor allem für den Bau von Kirchen, Kapellen und Burgen bekannt, in der nahen Region zählen dazu zum Beispiel der Umbau der Schlosskirche Lützschena und der spätere Neubau des dortigen Schlosses.

 

Sein Wohnhaus wurde später von der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur genutzt und ist derzeit wieder ein Wohnhaus und Sitz einer Anwaltskanzlei.

 

Wer selbst auf die Suche geht: diesen Blick hat man von der "Heiligen Brücke" über den Elstermühlgraben, zwischen Stadthafen und Elsterflutbett.


Tag 6, 24. März 2020: "Glockenspiel aus Meißener Porzellan"

Glockenspiel in der Mädler-Passage Leipzig
Tag 6: "Glockenspiel aus Meißener Porzellan"

Unser heutiges Detail aus Leipzig ist für jeden offen sichtbar - und doch vielen unbekannt. Weißt Du, wo man die Glocken bestaunen und ihnen lauschen kann?

 

Das Glockenspiel befindet sich in einem ehemaligen Messehaus mitten in der Leipziger Innenstadt, wurde 1970 angebracht, besteht aus echtem Meißener Porzellan und spielt heutzutage von 10 bis 18 Uhr zu jeder vollen Stunde eine klassische Melodie oder ein Volkslied (zumindest einen Teil davon).

 

Das Innere des Gebäudes hat ein italienisches Vorbild, gleich nebenan befindet sich ein Kabarett, zum Zuhören braucht man auch bei Regen keinen Schirm und es führen viele Wege hin (und wieder weg).

 

Hast Du es erraten? Das Glockenspiel befindet sich in der Mädler-Passage, eine der schönsten der einzigartig vielen Passagen in Leipzig.


Tag 5, 23. März 2020: "Herbst '89"

Info-Säule "Herbst '89" in Leipzig - friedliche Revolution
Tag 5: "Herbst '89"

Die friedliche Revolution im Herbst 1989 ist eng mit der Stadt Leipzig verbunden. Hier fanden damals nicht nur die Montagsdemonstrationen mit einer unglaublich großen Anzahl an Teilnehmern statt - auch viele andere Stellen der Stadt erinnern an die damalige aufgewühlte Zeit.

 

Vielleicht sind sie Euch schon aufgefallen: überall in der Stadt und vorrangig in der Innenstadt stehen diese Info-Säulen zum Thema "Herbst '89". Während auf der einen Seite eine Übersichtskarte mit den weiteren Standorten zu erkennen ist, sind auf der anderen Seite Informationen zu genau der Stelle zu finden, an der ihr Euch beim Lesen gerade befindet.

 

Die friedliche Revolution - und welche Mahnmale uns heute weiterhin immer wieder daran erinnern, dass Demokratie, Meinungsfreiheit, Pressefreiheit und mehr nicht selbstverständlich sind - ist ein Teil des einzigartigen multimedialen Stadtrundgangs von Stadtstromer zu Fuß durch Leipzigs Innenstadt. Wir freuen uns, Euch Leipzig zu zeigen, sobald es wieder möglich ist.


Tag 4, 22. März 2020: "Das Rosental"

Rosental Leipzig mit Blick Richtung Innenstadt, Uni-Riese erkennbar
Tag 4: "Das Rosental"

Bereits beim gestrigen Detail "Zooschaufenster" waren wir an dieser Stelle: im Rosental - heute zeigt der Blick in eine andere Richtung, wie nah diese Grünanlage an der Innenstadt ist.

 

Vor reichlich 200 Jahren wollte August der Starke hier ein prachtvolles Schloss bauen lassen, dafür wurden die heute bekannte große Wiese und 13 Sichtachsen in den Wald geschlagen. Und auch wenn die Fläche außerhalb der damals noch viel kleineren Stadt Leipzig war, hätte das Schloss aus der Stadtkasse bezahlt werden sollen. Dagegen wehrte sich der Stadtrat mit Verweis auf die sommerlichen Mückenplagen, Überschwemmungen im Auwald und auch Überfälle durch Räuber (vor denen außerhalb der Stadtmauern nicht geschützt werden konnte). Somit ließ sich August der Starke von seinem Vorhaben abbringen und gab sich mit einem hölzernen Aussichtsturm zufrieden, den er anschließend auch regelmäßig besuchte. Der Turm wurde bei einem späteren Brand leider völlig zerstört und nicht wieder aufgebaut, dafür steht heute an anderer Stelle ein noch höherer Aussichtsturm aus Stahl, dessen 20 Meter kostenfrei bestiegen werden können. Und die Wiese lädt bei schönem Wetter zum Verweilen ein. Aber bitte nicht jetzt und in den nächsten Wochen, denn: #stayhome!


Tag 3, 21. März 2020: "Zooschaufenster"

Giraffe im Zooschaufenster Leipzig
Tag 3: "Zooschaufenster"

Nach der Gründung als kleiner Privatzoo vor über 140 Jahren ist der Tiergarten inzwischen in städtischer Hand und immer weiter gewachsen. Aufgrund seiner sehr zentralen Lage fehlt es allerdings an Platz. So wurde der Zoo in den 1970ern in das angrenzende Rosental erweitert, was vielen Leipzigern nicht gefiel, da ein Teil ihres öffentlichen Parks genommen wurde. Es konnte jedoch ein Kompromiss gefunden werden.

 

Seither kann vom Rosental aus kostenfrei von außen in Teile des Zoos geschaut werden - das sogenannte "Zooschaufenster". Während zu Beginn Kamele, Rinder und südamerikanische Tiere beobachtet werden konnten, sind es nun seit der Fertigstellung der Kiwara-Savanne im Jahr 2004 afrikanische Tiere, vor allem Antilopen, Giraffen, Zebras und mehr. Mit der neuen Kiwara-Kopje ist 2015 der Blick auf Spitzmaulnashörner dazu gekommen.

 

Natürlich ist von außen nur ein kleiner Teil des Leipziger Zoos zu sehen - aber er macht Appetit auf mehr! Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall (wenn das wieder möglich ist) - denn der Zoo Leipzig zählt für uns zu den schönsten auf der Welt.

 

Übrigens: Bei Stadtstromer bekommt ihr den Einblick in das Zooschaufenster auch auf dem Segway, denn bei unserer Aussichts-Linie fahren wir nach "Afrika" - und anschließend weiter bis auf den Fockeberg für eine fantastische Aussicht über Leipzig und das Umland.


Tag 2, 20. März 2020: "Frühlingsanfang am Hauptbahnhof Leipzig"

Frühblüher vor dem Hauptbahnhof Leipzig
Tag 2: "Frühlingsanfang am Hauptbahnhof Leipzig"

Vor über 180 Jahren startete hier die erste deutsche Ferneisenbahn (nach Dresden), schon kurz darauf waren 3 der 6 konkurrierenden Bahnhöfe der Stadt an dieser Stelle.

 

Als internationaler Messe- und Handelsplatz mit zentraler Lage in Europa brauchte Leipzig jedoch dringend eine zeitgemäße Eisenbahnanbindung mit zentralem Hauptbahnhof. Da hier sächsische und preußische Bahn zusammenkamen, musste der zentrale Bahnhof entsprechend groß ausfallen und erhielt alle Einrichtungen in doppelter Ausführung - deshalb auch die 2 zur gleichen Seite zeigenden Eingangshallen. Er war für 80 Jahre Europas Kopfbahnhof mit den meisten Gleisen. 

 

Beim Umbau in den 1990ern wurde ein Shopping-Center integriert. Für die benötigten Parkplätze wurden zwar einige Gleise entfernt, bei der überdachten Fläche ist er jedoch weiterhin der größte Bahnhof in Europa, mit einer stattlichen Breite von fast 300 Metern!

 

Einige Jahre später folgte der nächste Meilenstein: der City-Tunnel. Seid gespannt: wir werden dieses Thema noch einmal aufgreifen.

 

Übrigens: der Hauptbahnhof ist nicht nur in Sichtweite unseres Stadtstromer-Geschäfts, sondern ein wesentlicher Teil unseres einzigartigen multimedialen Stadtrundgangs. Dabei zeigen wir Euch auch Ansichten der damals 3 konkurrierenden Einzelbahnhöfe - aber nicht auf kleinen Papierzetteln, sondern unterwegs im Großformat mit einem mobilen lichtstarken Beamer.


Tag 1, 19. März 2020: "Schneckentempo beim Neuen Rathaus"

Schnecke auf der Türklinke - Neues Rathaus Leipzig
Tag 1: "Schneckentempo beim Neuen Rathaus"

Mit dem Wachstum der Stadt Leipzig wurde es vor reichlich 100 Jahren eng im heutigen Alten Rathaus am Marktplatz. Ein neuer größerer Amtssitz musste her, der anstelle der in die Jahre gekommenen Pleißenburg errichtet wurde.

 

Die für den Bau notwendigen Gelder wurden jedoch immer wieder nur verzögert freigegeben, so dass es deutliche Verspätungen bis zur Fertigstellung gab. Das hat den damaligen Architekten Hugo Licht so sehr verärgert, dass er kurz vor Vollendung von einem Schlosser die noch heute existierenden Türklinken anfertigen ließ: auf diesen sitzt eine Schnecke, um die Rathaus-Mitarbeiter tagtäglich daran zu erinnern, dass sie ihn mit ihrer "Arbeitsweise im Schneckentempo" geärgert haben.

 

Ab heute gilt auch in Leipzig die sächsische Allgemeinverfügung zur Eindämmung des Coronavirus. Auch für uns als Kleinstunternehmer bedeutet das enorme Herausforderungen und Einschnitte, denn trotz fehlender Einnahmen laufen die Kosten weiter. Dennoch blicken wir optimistisch in die Zukunft und drücken uns allen die Daumen, dass wir diese schwere Zeit gemeinsam alle gut überstehen und wir danach wieder persönlich für Euch da sein können!